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Chronik

Geschichte der GRAZ AG - Stadtwerke für kommunale Dienste

Das eigentlich schon als Konzern zu bezeichnende Gebilde, das sich heute als modernes Dienstleistungsunternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft präsentiert, kann auf eine bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichende und zum Teil sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Erst mit der Umwandlung der ursprünglich teilweise in privater Hand befindlichen späteren sogenannten Versorgungs- und Verkehrsbetriebe der Stadt Graz mit damals rund 2100 Mitarbeitern in eine Aktiengesellschaft (99,46 % der Aktien befanden sich im Eigentum der Landeshauptstadt Graz, der Rest verteilte sich auf die Landeshauptstädte Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und Eisenstadt) im Juli 1960, wurde eine neue Entwicklung eingeleitet.

Die zunehmende Verflechtung des Wirtschaftslebens, die Notwendigkeit, die Bedarfs- und Nahverkehrswünsche einer wachsenden Stadt zu erfüllen und mittels eines modernen Managements kommunalwirtschaftlichen Erfordernissen zu entsprechen, führten letztlich dazu, den Stadtwerken eine zeitgemäße gesellschaftsrechtliche Organisationsform zu geben.

Mit dem Entschluss, die Gemeindeunternehmungen durch Schaffung eines autonomen Wirtschaftskörpers mit eigener Rechtspersönlichkeit aus dem Behördenapparat zu lösen, war die Landeshauptstadt Graz die erste Stadt Österreichs, welche diesen damals neuen kommunalpolitischen Weg einschlug.

Firmenchronik

1960
Gründung der Grazer Stadtwerke AG mit den Geschäftsbereichen "Verkehrs betriebe", "Strom", "Gas", "Fernwärme" und "Wasser". Erstmals produziert man Stadtgas mittels einer Ölspaltanlage.

1962/63
Im Wasserwerk Feldkirchen steht der erste moderne Horizontalfilterbrunnen zur Verfügung.

1963
Die Fernwärmeversorgung nimmt in Graz ihren Betrieb auf. Das Fernheizkraftwerk Graz in der Puchstraße versorgt die ersten Kunden mit Fernwärme.

1966
Das Umspannwerk Graz-West geht in Betrieb und bildet den wichtigsten Knoten der Grazer Stromversorgung. Die Rundsteueranlage ermöglicht die zentrale Schaltung der öffentlichen Beleuchtung, der Warmwasserboiler und der Elektroheizungen.

1971
Gründung des Wasserverbandes Hochschwab-Süd zur Sicherung der Trinkwasserversorgung im Raum Graz.

1976
Graz und seine zehn Umlandgemeinden schließen sich zum Wasserverband Umland Graz zusammen.

1978
Umstellung der Gasversorgung von Stadtgas auf Direktversorgung mit Erdgas.

1981
Einführung des Fernwärmeförderungsgesetzes, das u.a. für die Umrüstung auf Fernwärmeversorgung eine steuerliche Begünstigung vorsieht.

1985
Die Geschäftsbereiche "Bestattung", "Sport-, Freizeitanlagen und Gastronomiebetriebe" gliedern sich in die Aktiengesellschaft ein. Die Grazer Stadtwerke AG übernimmt die Firma "Ankünder" Steiermärkische Ankündigungsgesellschaft m.b.H.".

1988/89
Aufgrund der winterlichen Smogsituation in Graz erstellt man ein Fernwärme- Förderungspaket, an dem sich das Land Steiermark, die Stadt Graz und die Grazer Stadtwerke AG beteiligen.

1990
Das Umspannwerk Keplerbrücke nimmt als modernstes seiner Art in Österreich den Betrieb auf und erhält den Staatspreis für gutes industrielles Bauen.

1992
Das Grazer-Anruf-Sammel-Taxi führt seine ersten Fahrten in den Gebieten Lustbühel/Ruckerlberg und Andritz durch.

1993
Die Grazer Stadtwerke AG gründet die "Freizeitbetriebe der Grazer Stadtwerke GmbH" und betreibt das Freizeitzentrum Eggenberg. Erstmals wird Trinkwasser aus dem südlichen Hochschwab bei Friesach in das Grazer Netz eingespeist. Mit dem Kauf des Mühlgangkraftwerkes Herrgottwiesgasse verfügt die Grazer Stadtwerke AG nun über drei Kleinwasserkraftwerke und eine Photovoltaikanlage.

1994
Die Grazer Schlossbergbahn feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Im gleichen Jahr werden die Stationen neu gestaltet und behindertengerecht ausgebaut.

1997
Der Bereich "Sport-, Freizeitanlagen und Gastronomiebetriebe" wird in die "Freizeitbetriebe der Grazer Stadtwerke GmbH" eingebracht. Weiters werden die "Bestattung der Grazer Stadtwerke GmbH", die "Citykom Graz Telekommunikation GmbH", die "Grazer Energieagentur GmbH" und die "Citykom Austria Telekommunikation GmbH" eingegliedert. Das Grazer-Anruf-Sammel-Taxi weitet sein Angebot auf das gesamte Stadtgebiet aus.

1998
Das Profitcenter "WDS Wärmedirektservice" spaltet sich zur Aufnahme in die "Energieanlagen-Planung und Service GmbH" ab und ändert seinen Namen in "WDS Wärmedirektservice der Grazer Stadtwerke GmbH". Nach einer Bauzeit von 3 Jahren wird der neue Hochbehälter Rosenberg seiner Bestimmung übergeben. Die Speicherquote steigt dadurch von 45 auf 70 Prozent des durchschnittlichen täglichen Wasserbedarfes.

1999
Die elektrische Straßenbahn in Graz feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Das Strom-Verteilnetz wird mit der Bereinigung der alten dreistufigen Struktur (20 kV, 10 kV, 380 V) auf zwei Spannungsebenen (20 kV, 400 V) auf den modernsten Standard gebracht. Mit der STEWEAG wird, als Vorbereitung auf die Liberalisierung am Strommarkt, eine Vertriebspartnerschaft für Strom gegründet. Der Strom heißt jetzt s e l e c t. Die Arbeiten für die Implementierung einer Profit-Center-Struktur sowie für eine neue Unternehmensstrategie sind bis zum Jahresende abgeschlossen.

2000
"Offensiv-dynamisch-kundenorientiert" lautet der Slogan für das neue Jahrtausend. Die Neuorientierung der Grazer Stadtwerke AG wird mit der Umsetzung der Profit Center Struktur und die Mitwirkung an der Kooperation "Select" kräftig vorangetrieben.

2001
Durch die Liberalisierung des Strommarktes per 1.10.2001 werden die Rahmenbedingungen für den Bereich Strom neu festgesetzt. In enger Kooperation mit den Topkunden werden maßgeschneiderte Multi Utility-Pakete zur Kundenbindung erstellt. Nach 2-jähriger Bauzeit wird in der Kärntnerstraße die neue GVB-Autobuswerkstätte mit moderner Waschstraße eröffnet. Ein zweites Bestattungsunternehmen eröffnet in Graz sein Büro. Das Bad zur Sonne wird in den Bäderbetrieb der Grazer Freizeitbetriebe aufgenommen.

2002
Ab 1.Oktober ist der Erdgasmarkt in Österreich zu 100% geöffnet.. Die Wasserdienstleistungsgesellschaft "Styrian Aqua Service GmbH" wird als 100 %-ige Tochter der Grazer Stadtwerke AG gegründet. Vorausblickend auf die bevorstehende Abspaltung der Energiebereiche in die Energie Graz GmbH wird die Grazer Stadtwerke Energie Holding gegründet. Die Abspaltung der Bereiche Strom, Erdgas und Fernwärme in die Energie Graz GmbH erfolgt am 1. August.
Mit der Abspaltung verändert sich die Eigentümerstruktur dahingehend, dass nunmehr die Stadt Graz 99,46 % und die Grazer Bau- und Grünlandsicherungsgesellschaft (treuhändig für die Stadt Graz) 0,54% der Aktien hält.

2003
Die Grazer "Nightline", eine Nachtbuslinie, geht in Betrieb. Im Rahmen des Projektes "Graz-Kulturhauptstadt 2003" bauen Mitarbeiter der GVB einen Cabriobus, der für Stadtrundfahrten, Ausflugsfahrten etc. angemietet werden kann. Die ersten Fahrgast-Informationsstelen an den Haltestellen gehen zu Testzwecken in Betrieb. Mit der Zusammenlegung der Profit Center Informationstechnik und IT-Services sollen Synergien erfolgreich genutzt werden. Am Plateau des Schöckls wird die neue Sommer-/Winterrodelbahn eröffnet. Das Bad zur Sonne positioniert sich mit einem exklusiven Wellnessareal, dem "Spa zur Sonne".

2004
Die Grazer Stadtwerke AG erwirbt den Flughafen Graz zu 100% und kann damit ihr regionales Verkehrsangebot optimal abrunden. die 3. Generation der Schloßbergbahn, mit neuen modernen Wagen, geht in Betrieb. Das neue Mobilitätszentrum am Jakominiplatz, ein zentrales Servicezentrum für alle GVB-Kunden, wird eröffnet. Zusätzlich zur bestehenden Haupt-Geschäftsstelle in der Grazbachgasse eröffnet die Grazer Bestattung eine moderne Filiale am Urnenfriedhof. Neue Strukturen in der Organisation werden implementiert. Die 5 Kernkompetenzen des Konzerns sind nun "Verkehr", "Ökoservice", "Energie", "Kommunikation & Werbung" sowie "Kommunale Services" mit Freizeit und Bestattung.

2005
Eröffnung des neuen Terminals am Flughafen Graz, das aufgrund der steigenden Passagierzahlen  - bis 2010 wird mit rund 1,5 Millionen Passagieren gerechnet – und der Zunahme von sowohl Charter- als auch Linienverbindungen ab Graz nötig wurde.
Ausbau der Auslandaktivitäten der Werbefirma „Der Ankünder“, die in Kroatien und Slowenien bereits als Marktführer fungiert.
Beratungsauftrag der Verkehrbetriebe für die kroatische Stadt Dubrovnik.

2006
Inbetriebnahme der verlängerten Straßenbahnlinie 5.
Eröffnung des Hilmteichschlössls Neu.
Erneuerungsprogramm für Blei-Hausanschlüsse seitens des Bereiches Wasser wurde abgeschlossen - damit sind bereits 6 Jahre vor dem gesetzlich vorgegebenen Termin die Vorgaben aus der Trinkwasserverordnung erfüllt.

2007
Eröffnung der verlängerten Straßenbahnlinien 4 und 6.
Inbetriebnahme des Nahverkehrsknotenpunktes Don Bosco als Schnittpunkt zur neuen S-Bahn.
Bestellung von 45 neuen Straßenbahnen, die neben der 100% biodieselbetriebenen Busflotte bis 2015 Graz das modernste ÖV-Angebot garantieren und die größte Investition in der Geschichte der Stadtwerke darstellen.
Eröffnung des neuen Schlossbergrestaurants mit einer Bar über den Dächern von Graz.
Europaweiter Architekturwettbewerb für das neue Sport- und Wellnessbad Eggenberg.
Entscheidung im Architekturwettbewerb für das Wasserkompetenzzentrum „Andritz Neu“.
Übertragung von 49% der AEVG Abfall-Entsorgungs- und VerwertungsGmbH – damit sind 99% im Besitz der Grazer Stadtwerke AG.
Bereich Wasser: Start des Baus der Transportleitung in die Oststeiermark- mit der Fertigstellung wird die Grazer Stadtwerke AG größter Wasserlieferant in dieser Region.

2007/2008
Das Modell „Pensionsübertragung“ und „10-jähriger Verkehrsfinanzierungsvertrag“ werden zwischen der Stadt Graz und den Stadtwerken beschlossen.

2008
In der Sitzung des Grazer Gemeinderates vom 8. Mai 2008 wurde der Antrag auf Änderung der Satzung der Grazer Stadtwerke AG beschlossen.
Seit dem 21.Mai 2008 firmiert die Grazer Stadtwerke AG unter dem neuen Namen GRAZ AG Stadtwerke für kommunale Dienste. Die strategische Ausrichtung als die Stadtholding für kommunale Dienste und privatwirtschaftliche Angelegenheiten wird weiter forciert. 

 

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